Dr. John Switzer ist Ayurveda-Arzt und Homöopath

Er hat jahrelang mit verschiedenen Nahrungsmitteln und Ernährungsrichtungen experimentiert und gibt seine Erkenntnisse in Ernährungsseminaren weiter.

  1. Dr. J. SwitzerDie traditionelle ayurvedischen Ernährung besteht zu einem großen Teil aus gekochten Nahrungsmitteln. Was war für Sie der Auslöser, sich davon zu trennen und eigene Rezepte für eine gesundheitsfördernde Ernährungsweise zu entwickeln?
    Die Erfahrung hat gezeigt, dass man mit einer vorwiegend Kochkost Ernährung keinen Zustand von überragender Gesundheit erreichen kann. Selbst die ayurvedische und makrobiotische Kochkost können das nicht schaffen.  Viele Nährstoffe wie Enzyme, Chlorophyll, Biophotone, Vitamine, Mineralien und Pflanzenstoffe gehen durch das Kochen verloren. Ideal wäre ein Verhältnis von ca. 80% Rohkost zu 20% Kochkost.
    Der überraschende Tod von zwei ayurvedischen Arzt-Kollegen durch Krebserkrankungen gab mir den Anstoß nach Alternativen bei der Ernährung zu suchen.
  2. Wie sieht der von Ihnen entwickelte Ernährungsplan aus?
    Ich empfehle eine vorwiegend Rohkost Ernährung aus speziell-zubereiteten Sprossen, Kräutern, Nüssen, Obst und v.a. grünes Blattgemüse und auch Wildkräuter.  Kleine Mengen Rohmilchkäse, Bio-Eigelb und Sushimi Fish sind für mich kein Tabu. Süßigkeiten werden von Stevia Süßblattkonzentrat gesüßt. Eine hohe Mineralisation des  Körpers wird empfohlen, damit Gelüsten nicht entstehen. Mit dieser Ernährung konnten viele Menschen ihre Gesundheit auf ein hohes Niveau anheben.
    Um diese schmackhafte und exotische Küche näher kennen zulernen ist unser Rohkost Seminar mit Büfett empfehlenswert. Es findet einmal monatlich in Feldafing am Starnberger See statt (Info: 08157-7152).
  3. Viele Menschen haben Beschwerden mit Rohkost. Woran liegt das und wie geht man damit um? Braucht es eine Gewöhnungsphase?
    Der Ayurveda warnt zu recht vor möglichen Nachteilen wenn man viel Rohkost isst. Rohkost kann zu einer Vata Störung mit vielen unangenehmen Symptomen wie Blähungen, Verdauungsstörungen, innere Unruhe, Gereiztheit, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, etc. führen. Über viele Jahre habe ich experimentiert um die Verträglichkeit von Rohkost zu optimieren. Dies ist mir auch gelungen. Durch eine spezielle Verarbeitung und ein optimale Zusammensetzung der Nährstoffe wie Fett, Eiweiß, Bitterstoffe, etc. ist es möglich, die Vorteile von Rohkost zu genießen ohne unter Nachteile einer Vata Störung zu leiden. Die Energie Nahrung schmeckt ausgezeichnet und ist sehr bekömmlich. Dies wird immer wider von den Seminarteilnehmer bestätigt. Für diejenigen, die diese Ernährungsweise praktizieren gibt es kein Weg zurück.
    Eine Gewöhnungsphase dauert in der Regel 3 – 6 Monate, dann ist es für die meisten Menschen möglich, der Rohkostanteil auf mindestens 60% zu steigern. Optimal wäre 80% oder sogar 90%. Nach ca. fünf Jahren esse ich fast ausschließlich Rohkost. Dadurch hat meine allgemeine Gesundheit, Energie und mentale Klarheit von dieser Ernährung enorm profitiert.
    Dr. David Frawley, ein ayurvedischer Gelehrter aus den USA, erzählt über Yogi’s in Indien die  hauptsächlich von Rohkost gelebt haben. Ihre Absicht war der Körper mit einer energetischen Kost zu reinigen, damit sie tieferer Meditationserfahrungen machen konnte.
    Ein großes Problem für viele bei der Umstellung auf Rohkost ist ein schwaches Verdauungsfeuer. Mit speziellen ayurvedischen Rezepturen kann man diese Schwäche allerdings beheben. Dadurch wird die Verträglichkeit von Rohkost deutlich gesteigert.
    Die Verträglichkeit wird außerdem verbessert, wenn die nicht-erhitzten Lebensmitteln optimal verarbeitet werden. Diese Verarbeitung ist in der Lage, den Kochvorgang zu ersetzen. Durch eine spezielle Verarbeitung der Rohkost werden die pflanzlichen Nährstoffe quasi „vorverdaut“ und können dadurch vom Darm leichter aufgenommen werden.  Beim normalen Kochvorgang werden die Zellwände durch die Hitzeeinwirkung aufgebrochen. Das erleichtert den Zugang zu den Nährstoffen. Beim Rohkost kann man durch eine spezielle Zubereitung die Zellwände „aufknacken“  ohne Hitzewirkung. Damit bleiben die Nährstoffe von der Hitzeeinwirkung des Kochens verschont und können vom Körper leicht aufgenommen werden.
    Diese spezielle Zubereitung lernen die Seminarteilnehmer.
  4. In welchem Zusammenhang stehen Ernährung und Entzündungsneigung?
    Bei zunehmenden Alter nimmt normalerweise das Verdauungsfeuer stetig ab. Damit wird aber die Verdauung und Assimilation von stärkehaltigen Kohlenhydraten und tierischem Eiweiß zunehmend erschwert. Es entstehen dadurch vermehrt Schlacken und Toxine, die man im Ayurveda als „Ama“ bezeichnet. Wenn die Nahrung im Magen-Darm-Trakt durch das Verdauungsfeuer „Agni“  nicht ausreichend „gekocht“ wird, bleiben unverdaute Reste (Ama) übrig. Diese Schlacken werden in den Organen, Geweben und auch Gefäßen abgelagert. Irgendwann versucht der Körper ein Befreiungsschlag zu machen in dem er ein „Feuer“ entzündet. Dieses Feuer ist nichts anders als eine Entzündung.
    Um dieses „Feuer“ zu löschen spielt die Ernährung eine bedeutende Rolle. Eine vorwiegend Rohkost Ernährung kann vieles dazu beitragen, Entzündungsvorgänge im Körper zu neutralisieren. Der Ayurveda bietet auch sehr effektive Entschlackungskuren (Panchakarma Kur) an,  die auch in der Lage sind, die Schlackenlast zu reduzieren.
  5. Welchen Fetten kommt in Ihrer Ernährungsweise Bedeutung zu?
    Gesunde Fettsäuren aus Avocado, Kokosnuss, gesprossene Samen wie Sesam, Quinoa und Leinsamen, Nüsse und auch nicht-erhitztes Eigelb und Sushimi Fish spielen eine wichtige Rolle in der Energie Nahrung. Ohne gesundes Fett ist der Körper nicht in der Lage, Organe, Gewebe, Schleimhäute und Haut zu fetten. Auch das Gehirn besteht zu ca. 30% aus Fett. Um abzunehmen sind gesunde Fette unerlässlich. Eine fettarme und stärkehaltige Ernährung lässt viele Menschen zunehmen!
    Erhitztes, oxidiertes Fett, v.a. aus tierischen Quellen, inklusiv pasteurisierte Milchprodukte, kann zur Schlackenbildung und Gewichtzunahme führen. Außerdem wird die Haut oft belastet durch erhitztes tierisches Eiweiss, welches vom Körper nicht optimal verstoffwechselt wird.
  6. Welche Probleme können bei einer Ernährung ohne tierische Produkte entstehen?
    Theoretisch könnte man sich vegan ernähren, d.h. ohne tierische Produkte wie Fleisch, Fisch,  Milch, Käse und Eiern auskommen. Für die meisten Menschen ist diese Ernährungsweise unpraktikable und sogar riskant. Hier muss man v.a. ein Mangel an Nährstoffen wie Vitamin B-12, B-6, Zink, Vitamin D, und die Aminosäuren Taurin, Cystein und Methionin befürchten. Nur die wenige Menschen schaffen eine solche einseitige Kost auf Dauer. Wenn Nährstoffe fehlen können z.B. auch starke, unkontrollierbare Gelüste entstehen. Deswegen empfehle ich Rohmilch Ziegenkäse, Sushimi Fish und Bio-Eigelb, in kleinen Mengen, damit kein Ungleichgewicht entstehen kann.
  7. Welche Kräuter möchten Sie bei Ihrer Nahrungszusammenstellung nicht missen?
    Viele Wildkräuter können als Salat und in speziellen Energie Cocktails verarbeitet werden. Sie enthalten viele wertvolle Bitterstoffe die für die Stoffwechselorgane wichtig sind. Dazu gehören Löwenzahn, Giersch, Brennnessel, Spitzwegerich, Wiesenbärenklau, Vogelmiere und viele andere.
    Auch Petersilie, Zelleriestangen und Ruccula sind wichtig. Grünes Blattgemüse übt eine enorme stärkende und reinigende Kraft auf den Körper.
  8. Welche Kost empfehlen Sie speziell für Diabetiker?
    Viele Diabetiker konnten sich dank der Energie Ernährung eine deutliche Besserung der Blutzuckerwerte erfahren.  Einige Typ II Diabetiker konnten auf Ihre Medikamente komplett verzichten. Typ I Diabetiker haben oft weniger Insulin gebraucht.
    Statt Zucker wird bei der Energie Ernährung Stevia Süßblattkonzentrat empfohlen. Ein Konzentrat aus organischen Mineralien und Spurenelementen wird noch zusätzlich eingesetzt um den Stoffwechsel zu beleben und damit die Blutzuckerwerte zu stabilisieren.
    Viele Menschen die zu starken Blutzuckerschwankungen und niedrigen Blutzucker (Hypoglykämie) neigen profitieren von der Energie Nahrung und die Zugabe des Miikromineralien Konzentrats. Typische Symptome sind Stimmungsschwankungen, Antriebslosigkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, innere Unruhe, Zittern, Gereiztheit, Ängste, Gelüste nach Süßigkeiten und stärkehaltige Kohlenhydrate und starkes Schwitzen. Der Blutzucker lässt sich mit gesunden Fetten, grünem Blattgemüse und eine verbesserte Mineralisation des Körpers stabilisieren.
  9. Welche Ernährungstheorie halten Sie für gefährlich?
    Eine Ernährungstheorie die fast ausschließlich gekochte Nahrung empfiehlt wie die meisten Ayurveda Lehren und die Makrobiotik halte ich für gefährlich. Tiere wie Katzen werden krank und sogar Zeugungsunfähig wenn sie keine frische Nahrung bekommen. Der Mensch braucht täglich frische Enzyme, Chlorophyll, Biophotonen und Mikronährstoffen die nur aus lebendiger Nahrung kommt.
    Wissenschaftlich wurde es inzwischen bewiesen, dass das Erhitzen von tierischem Eiweiß und auch stärkehaltigen Kohlenhydraten eine Reihe von toxischen und z.T. krebserzeugende Verbindungen produzieren kann. Damit wird die Lebenserwartung unnötig verkürzt und die Entstehung von chronischen degenerativen Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson, Krebs, Herzkreislauferkrankungen, Arthrosen, Diabetes und Osteoporose gefördert.
    10. In der ayurvedischen Medizin gilt der schwarze Sesam (Sesamum indicum nigrum) als ausgezeichnetes Mittel zur Gesunderhaltung. Bei welchen Beschwerden empfehlen Sie die Aufnahme von schwarzen Sesam in den Ernährungsplan?
    Sesamsamen und v.a. die schwarzen Sesam sind exzellente Mineralspender und enthalten wertvollen pflanzlichen Fettsäuren. Eine Tasse Sesamsamen enthält ca. 1400 mg organisches Kalzium. Eine Tasse Milch hingegen kommt auf nur ca. 300mg.  Als gekeimte Samen kommen sogar mehr Nährstoffe bei den Sesamsamen zur Geltung.
    Schwarze Sesamsamen werden zur Verhinderung von grauen Haaren empfohlen. Es ist bekannt dass sie auch eine hohe Konzentration an organisches Zink enthalten. Ein Zinkmangel kann zu einer Verfärbung der Haut und Haare führen.
    Sehr empfehlenswert sind die schwarzen Sesamsamen bei Männern um Prostata-Vergrößerung und Krebs zu verhindern, und um die Knochen, Gelenke und Bindegewebe zu stärken.
  10. Phyllanthus emblica gilt als ayurvedisches Verjüngungsmittel. Hilft es auch, Wechseljahrsbeschwerden zu lindern?
    Diese Pflanze kann bei Frauen mit einer bestimmten Konstitution zur Linderung von Wechseljahrsbeschwerden führen. Sie ist allerdings kein Allheilmittel. Ihre positive Wirkung auf den Leberstoffwechsel erklärt vielleicht ihre verjüngende Wirkung. Wenn der Leberstoffwechsel optimal arbeitet können Toxine leichter eliminiert werden. Ein toxischer Körper ist die Basis für eine Beschleunigung des Alterungsprozesses.
  11. Verraten Sie uns Ihr Kombucha-Rezept?
    Kombucha Tee ist ein exzellentes Enzymgetränk mit großer Wirkung. Es kann zuhause mit dem Teepilz angelegt werden. 1 Tasse Kombucha Tee (ca. 10 Tage fermentiert) wird mit 1 Tasse Sprüdelwasser, Saft einer Zitrone, 1 Teelöffel Stevia Konzentrat, 1 Esslöffel Tamarind-Konzentrat (Fa. Cosmoveda), 1 Teelöffel Zimt in einem Standmixer gemixt. Das Getränk wirkt erfrischend und belebend. Die Enzyme im Kombuche Tee sollte vor Krebs schutzen.
  12. Wie lautet Ihre persönliche Anti-Aging-Strategie?
    Da ich selber fast 50 Jahre alt bin ist es mir wichtig, dass mein biologisches Alter jung bleibt. Ganz wichtig ist eine hohe Mineralisation des Körpers. Ich nehme täglich 2 Esslöffel eines organischen Mineralkonzentrates zu mir (Mikromineralien Ur-Essenz, Rosenapotheke, Rosenstr. 6 bei Marienplatz), esse täglich Energie Nahrung (mit hohem Rohkostanteil), betreibe täglich eine Stunde Sport und meditiere zweimal täglich für 20 Minuten als Stress-Management. Einmal im Jahr ziehe ich außerdem eine ayurvedische Panchakarma Kur durch, um angesammelte Schlacken wieder los zu werden. Außerdem nehme ich spezielle ayurvedische Rasayanas (pflanzliche Mittel) ein, um mein Stoffwechsel fit zu halten.
    Durch diese Lebensweise fühle ich mich mental sehr frisch und energetisch sowie körperlich sehr leicht und flexible. Erkältungen oder Heuschnupfen treten nicht mehr auf. Der Körper bleibt auch schmerzfrei. Man kommt insgesamt mit weniger Schlaf klar. Die Vorteile dieser Lebensweise sind enorm. Deswegen habe ich eine Bedürfnis, meine Erfahrungen an andere Menschen mitzuteilen, die dafür reif für Veränderungen sind.

INTERVIEW – Gabi Pflüger vom Heilpflanzeninstitut
mit Dr. med. John Switzer
Ayurveda Health & Beauty Center in Feldafing zum Thema „Ayurvedische Ernährung“

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